Rückenschmerzen: 5 versteckte Ursachen die kein Orthopäde untersucht

14. März 2026 | 0 Kommentare

Auf einen Blick

80 Prozent aller Rückenschmerzen haben keinen klaren Befund im MRT, und die meisten werden trotzdem am Rücken behandelt. Dabei sitzen fünf der häufigsten Ursachen an Orten, die kein Orthopäde untersucht. Welche das sind und wie sie zusammenhängen, erfährst du hier.

Warum der Orthopäde oft die Ursache nicht findet

Letzte Woche saß eine Patientin bei mir in der Praxis. Dritter Orthopäde in zwei Jahren. Im Gepäck: MRT-Befund, Physiotherapie-Verordnung, Ibuprofen. Auf dem MRT steht: „Leichte degenerative Veränderungen, altersgemäß.“ Sie ist 44.

Altersgemäß. Das sagt man einer Frau, die seit drei Jahren jeden Morgen aufwacht und zehn Sekunden braucht, bis sie aufrecht stehen kann. Die Physiotherapie macht, Yoga probiert hat, auf der teuersten Matratze schläft, die der Laden hergegeben hat. Die alles richtig macht. Und trotzdem: alle zwei Wochen von vorne.

Ich zeige dir heute nicht, was mit deinem Rücken nicht stimmt. Ich zeige dir, warum dein Rücken vielleicht gar nicht das Problem ist. Dein Rücken ist die Leiche. Nicht der Tatort.

Der medizinische Standard definiert rund 80 Prozent aller Rückenschmerzen als „nicht-spezifisch“. Kein strukturelles Korrelat im MRT. Das heißt übersetzt: Das Bild erklärt den Schmerz nicht. Der Orthopäde hat die richtigen Werkzeuge, aber für die falschen Fragen, weil sein Werkzeugkasten auf Struktur ausgelegt ist, nicht auf Stoffwechsel oder Versorgung. Ein MRT zeigt Knochen und Weichteilgewebe. Es zeigt nicht, wie dein Darm entzündet ist, wie dein Cortisol nachts durch die Decke geht, oder warum ein Muskel in deinem Bauchraum deine Wirbelsäule zusammenquetscht.

80 %aller Rückenschmerzen ohne klaren MRT-BefundMedizinischer Standard: nicht-spezifischer Rückenschmerz

Stell dir einen Automechaniker vor, der nur Autos repariert, die sichtbar kaputt sind. Dein Motor stockt, aber das Öl fehlt. Er schaut unter die Motorhaube und sagt: „Ich sehe nichts Kaputtes.“ Stimmt. Das Öl fehlt trotzdem.

Fünf Ursachen. Alle haben miteinander zu tun. Und der Rücken ist bei keiner davon der Ausgangspunkt. Das sagen nicht nur meine 16 Jahre Praxiserfahrung, das sagt die Biologie. Am Ende weißt du, welche Fragen du stellen solltest. Die Fragen, die dir bisher keiner gestellt hat.

5 versteckte Ursachen für Rückenschmerzen
1
Darm
Entzündungsbotenstoffe aus dem Mikrobiom erreichen die Bandscheibe
2
Hormone
Cortisol, Östrogen, Schilddrüse: die unsichtbare Crew
3
Hüftbeuger
Ein verkürzter Psoas zieht die Lendenwirbelsäule nach vorne
4
Ernährung
Omega-6/3-Verhältnis kippt → Dauerentzündung
5
Stress
Dauerspannung hält die Muskeln im Bereitschaftsmodus

Ursache 1: Dein Darm, die unbekannte Rücken-Zentrale

„Keiner konnte mir helfen. Es wurde nur gesagt, es ist halt so.“

Das hat mir eine Patientin erzählt. Busfahrerin, 25 Jahre Rückenschmerzen. Mehrere Male stand sie kurz davor, in die Notaufnahme zu fahren, weil die Schmerzen in den Brustkorb gezogen haben. Kein Arzt hat jemals ihren Darm angeschaut.

Klingt erstmal unwahrscheinlich, ich weiß. Was hat der Darm mit dem Rücken zu tun?

Dein Darm hat 500 Quadratmeter Schleimhaut und beherbergt rund 70 bis 80 Prozent deines Immunsystems. Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät (Fachbegriff: Dysbiose, also wenn die guten Bakterien in der Minderheit sind), passieren drei Dinge gleichzeitig:

Erstens: Entzündung. Die gestörte Darmflora setzt Entzündungsbotenstoffe frei, sogenannte Zytokine wie IL-1 und TNF-alpha. Die schwimmen durch die Blutbahn und erreichen irgendwann die Bandscheiben. Die Bandscheibe ist schlecht durchblutet, kann sich kaum wehren, und brennt still ab.

Zweitens: Mechanischer Druck. Die Darmschlingen liegen anatomisch direkt an der Lendenwirbelsäule. Gasansammlung, Blähungen, geschwollene Darmabschnitte drücken auf die lumbalen Nervenwurzeln. Rückenschmerz, der gar nicht vom Rücken kommt.

Drittens: Nährstoffmangel. Ein gereizter Darm nimmt Nährstoffe schlechter auf, weil die entzündete Schleimhaut ihre Transportfunktion verliert. Die Bandscheibe bekommt kein Regenerationsmaterial. Sie degeneriert, weil die Lieferkette unterbrochen ist.

Das ist nicht meine Theorie. Das European Spine Journal beschreibt diese sogenannte Gut-Disc-Achse, also die direkte Verbindung zwischen Darm und Bandscheibe, über genau diese drei Mechanismen (Li et al., European Spine Journal 2022, PMID 35286474).

Bei der Busfahrerin war es eine Gluten-Problematik. Chronische Darmentzündung, die seit Jahren Nervenimpulse ins Rückenmark gefeuert hat. 500 Quadratmeter gereizter Schleimhaut, die ständig feuern. Das breitet sich wie Feuer im trockenen Wald aus. 25 Jahre lang hat jeder ihren Rücken behandelt. Keiner hat nach dem Darm gefragt.

Hast du Rückenschmerzen und gleichzeitig Blähungen, unregelmäßigen Stuhlgang oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Das ist kein Zufall.

Was die Gut-Disc-Achse im Detail bedeutet und wie du den Zusammenhang bei dir selbst erkennst: Rückenschmerzen vom Darm: Was kein MRT zeigt →

Aber der Darm ist nur der Anfang. Denn was dein Darm an Entzündung produziert, trifft auf ein Hormonsystem, das oft schon am Limit ist.

Ursache 2: Deine Hormone steuern, wie gut dein Rücken sich repariert

Eine Patientin, Anfang 40, Perimenopause. Plötzlich Rückenschmerzen, die vorher nie da waren. Kein Unfall, kein Bandscheibenvorfall, nichts im MRT. Nur: alles tut weh, und keiner weiß warum.

Rückenschmerzen und Hormone? Die meisten Leute denken bei Hormonen an Wechseljahre oder Schilddrüse. Nicht an den Rücken. Aber dein Hormonsystem entscheidet, wie gut sich deine Muskeln reparieren und wie lange sie verkrampft bleiben. Und das betrifft bei Weitem nicht nur Frauen.

Östrogen und deine Muskeln: Wenn Östrogen fehlt, geraten die Satellitenzellen ins Stocken. Das sind die Reparatur-Crews deiner Muskelzellen, kleine Bauarbeiter die nach jeder Belastung die Fasern flicken. Weniger Östrogen bedeutet: Muskelfasern reparieren sich langsamer, Kollagen in Sehnen und Bändern wird dünner, Gelenke werden instabil (Velders et al., 2019, PMC6491229). Stell dir vor, deine Reparatur-Crew hat plötzlich nur noch halbe Schichten. Die Schäden bleiben liegen.

Das betrifft nicht nur Frauen in der Menopause. Auch jüngere Frauen mit hormonellen Dysbalancen spüren das. Warum? Weil chronischer Stress den Hormon-Vorläufer Pregnenolon „klaut“, um Cortisol zu produzieren, statt Sexualhormone. Dein Körper muss sich entscheiden: Stressbewältigung oder Reparatur. Er wählt immer den Stress, weil Überleben Vorrang vor Reparatur hat.

Cortisol und deine Dauerspannung: Wenn du Stress hast, geht der Körper auf Stabilität. Das heißt: Er spannt die Muskeln an. Sinnvoll, wenn ein Säbelzahntiger vor dir steht. Weniger sinnvoll, wenn dein Chef eine E-Mail schickt. Das Paradoxe: Menschen mit chronischen Rückenschmerzen haben oft eine niedrigere Cortisol-Baseline als Gesunde, weil das System erschöpft ist (Griep et al., 1998, PMID 9676772). Aber die Muskelspannung bleibt. Der Schutzreflex schaltet nicht ab, weil das Nervensystem die Spannung als Schutzmechanismus gelernt hat und nicht merkt, dass die Gefahr vorbei ist. Du bist gleichzeitig erschöpft und verkrampft. Klingt bekannt?

Schilddrüse als Bremsklotz: Eine Unterfunktion kann dazu führen, dass deine Muskulatur langsamer regeneriert und schneller verspannt, weil Schilddrüsenhormone den Energiestoffwechsel in jeder einzelnen Muskelzelle steuern. Slow-Motion-Muskeln, sozusagen. Alles funktioniert noch, aber alles dauert doppelt so lange. Auch die Erholung nach dem Sport, nach dem langen Arbeitstag, nach einer schlechten Nacht.

Drei Hormone, drei Mechanismen, und keiner davon steht auf dem MRT-Befund. Wenn dein Arzt sagt „Blutwerte sind normal“, heißt das: du bist nicht akut krank. Es heißt nicht, dass alles optimal läuft. „Normal“ und „gesund“ sind zwei verschiedene Postleitzahlen. Merkst du den Unterschied?

Normal heißt nicht gesund
Blutbild „Normal“
  • Kein akuter Krankheitswert
  • Arzt verschreibt nichts
  • Symptome bleiben
Blutbild „Optimal“
  • +Marker im optimalen Bereich
  • +Körper hat Reserven
  • +Regeneration funktioniert

Welche Hormone konkret getestet werden können und was ein „normaler“ Blutwert verschleiert: Hormonelle Rückenschmerzen: Warum Cortisol, Östrogen und Schilddrüse deinen Rücken ruinieren →

Ursache 3: Der Hüftbeuger, der falsch beschuldigte Muskel

Eine Patientin kam zu mir. Jahre Physiotherapie, immer am Rücken, immer an der Hüfte. Alle haben an den richtigen Stellen gearbeitet, aber an der falschen Diagnose.

Die richtige Diagnose lautet Psoashartspann. Verkrampfung des Hüftbeugers. Und deswegen hat bis jetzt nichts geholfen: weil jeder an ihrem Rücken oder an ihrer Hüfte gearbeitet hat. Aber da sitzt der Hüftbeuger gar nicht.

Der Psoas sitzt im Bauchraum. Er entspringt an den Lendenwirbelkörpern 1 bis 5, läuft durch die Leiste und landet am Oberschenkel (Sajko & Stuber, 2009, PMID 30571039). Wenn du beruflich viel sitzt, normalisiert dieser Muskel eine verkürzte Position. Und beim Aufstehen passiert Folgendes: Der Psoas zieht von vorne an der Wirbelsäule. Der Rückenstrecker zieht von hinten dagegen. Tauziehen. Und im Arsch dafür ist deine Wirbelsäule.

Dieses Tauziehen komprimiert die Bandscheiben, erhöht den Druck auf die Nervenwurzeln und kann Schmerzen verursachen, die sich anfühlen wie Ischias, obwohl der Ischiasnerv selbst gar nicht betroffen ist. Das Verrückte: Die meisten Betroffenen spüren den Schmerz im Rücken. Nicht im Bauch, wo der Muskel sitzt. Deswegen sucht auch jeder am falschen Ort.

Jetzt kommen die Leute und sagen: „Aber Dehnen hilft doch!“ Ja, für einige stimmt das. Und die, bei denen es hilft, brauchen diesen Artikel nicht. Aber wenn ein Psoas vom Gehirn als Schutzspannung gehalten wird, weil eine Gelenkblockade oder eine Fehlbelastung dahinterliegt, lässt er sich durch passives Dehnen nicht dauerhaft umprogrammieren, weil der Befehl vom Gehirn kommt, nicht vom Muskel. Du ziehst an einem Muskel, der aus gutem Grund verkrampft ist. Das ist wie an einem Rauchmelder zu rütteln, statt das Feuer zu löschen.

Ich hatte auch einen Sportler in der Praxis. Fit, trainiert, trotzdem akute Rücken- und Armschmerzen. Sein Problem: Wenn Muskeln Mist bauen, dann baut ein starker Muskel noch mehr Mist. Seine Fitness hatte das Problem verschlimmert, nicht verbessert, weil starke Muskeln mit falscher Steuerung die Fehlbelastung nur verstärken.

In der deutschen Orthopädie schreibt der Arzt als Diagnose: „Rückenschmerz.“ Das ist keine Diagnose. Das ist eine Zustandsbeschreibung. Die Diagnose wäre: Rückenschmerzen weil.

Du sitzt beruflich viel. Dein Rücken schmerzt vor allem morgens und nach langem Sitzen. Wenn du aufstehst, dauert es einen Moment, bis du dich aufrichten kannst. Das ist nicht Alter. Das ist Psoas.

Was neuromuskuläres Retraining bedeutet und warum das die Antwort ist, die Dehnen nicht liefern kann: Der Hüftbeuger-Mythos: Warum Dehnen allein deine Rückenschmerzen nicht löst →

Ursache 4: Deine Ernährung, das Entzündungsfeuer das nie ausgeht

Dein Körper hat ein Entzündungs-Grundrauschen. Das ist normal, das braucht er sogar. Aber wenn das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren aus dem Gleichgewicht gerät, dreht jemand den Regler auf. Und lässt ihn stehen. Kennst du das Gefühl, wenn alles irgendwie entzündet ist, aber keiner weiß warum? Genau das passiert hier.

Omega-6 steckt in Sonnenblumenöl, Distelöl, verarbeiteten Lebensmitteln. Daraus baut der Körper Arachidonsäure, einen entzündungsfördernden Botenstoff. Omega-3 (aus fettem Fisch, Leinöl, Algenöl) baut den Gegenspieler: EPA, den entzündungshemmenden Botenstoff. Wenn das Verhältnis kippt, steckst du in einem Entzündungsmodus, der nie aufhört. Dein Immunsystem fährt permanent auf mittlerer Alarmstufe, weil die chemischen Signale dafür sorgen.

Im Tiermodell konnte gezeigt werden, dass Omega-3-Supplementierung die Bandscheibendehydratation verlangsamen und degenerative Veränderungen bremsen kann (Casar Berazaluce et al., 2019, PMID 31836696). Das ist ein Tiermodell, kein menschlicher Beweis. Aber der Mechanismus ist derselbe: Entzündung frisst Bandscheibengewebe. Weniger Entzündung bedeutet, die Bandscheibe bekommt eine Chance sich zu erholen.

Ein Patient kam mit Arthrose zu mir. Schmerz auf voller Stufe, Röntgenbild eindeutig. Wir haben sein Fettsäureprofil angeschaut, also das Verhältnis zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Fettsäuren im Blut. Komplett aus dem Gleichgewicht. Nach acht Wochen Optimierung: kein Ruheschmerz mehr, deutliche Verbesserung der Beweglichkeit. In dieser Art von Fällen, chronische Entzündung, Gelenke, Fettsäureprofil weit aus dem Gleichgewicht, sehen wir erfahrungsgemäß starke Verbesserungen. Wohlgemerkt: nicht jeder Rückenschmerz reagiert auf Omega-3. Aber wenn dein Körper dauerhaft entzündet ist, ist das ein Hebel den die meisten nie anfassen.

Dein Rücken tut nicht weh, weil er kaputt ist. Er tut weh, weil das Entzündungsfeuer nie ausgeht und die Bandscheibe kein Material bekommt, um sich zu erholen. Du machst nichts falsch. Du weißt nur noch nicht, was das Feuer nährt.

Welche konkreten Nährstoffe getestet werden können und was du als Erstes weglassen solltest: Welche Nährstoffe fehlen bei Rückenschmerzen? Was das Blut verrät, was kein Arzt misst →

Ernährung, Darm, Hormone, Hüftbeuger. Vier Ursachen, und bei jeder spielt ein Faktor mit, den ich bisher nur gestreift habe. Jetzt bekommt er seinen eigenen Abschnitt.

Ursache 5: Stress, kein Psycho-Kram, sondern messbare Biochemie

„Rückenschmerzen durch Stress? Das ist doch psychosomatisch.“ Diesen Satz höre ich ständig. Und er ist falsch. Nicht weil Stress keinen Einfluss hat, sondern weil „psychosomatisch“ in den Köpfen der meisten bedeutet: eingebildet.

Cortisol ist nicht eingebildet. Cortisol ist messbar.

Dein Körper weiß nicht, dass der Säbelzahntiger heute PowerPoint-Präsentation heißt. Er spannt trotzdem die Muskeln an. Jede Nacht. Nicht zum Schlafen, zum Kämpfen. Und morgens wachst du auf und fragst dich, warum dein Rücken schon wieder so verspannt ist.

Studien zeigen: Patienten mit chronischem Rückenschmerz haben eine signifikant niedrigere 24-Stunden-Cortisol-Ausscheidung als Gesunde (Griep et al., 1998, PMID 9676772). Das klingt paradox. Weniger Cortisol, mehr Schmerz? Ja. Weil der Körper erschöpft ist. Die HPA-Achse, das körpereigene Stresssystem bestehend aus Gehirn, Hypophyse und Nebenniere, ist am Ende. Aber die Muskelspannung bleibt. Das sympathische Nervensystem, also das Gaspedal deines Körpers, läuft weiter auf Hochtouren, weil es unabhängig von der HPA-Achse arbeitet und sich separat kalibriert hat. Dauerspannung, ohne Erholung.

Und dann der Schlaf. Wer unter Cortisol-Last schläft, schläft nicht regenerativ, weil Cortisol den Tiefschlaf blockiert, in dem die eigentliche Gewebereparatur stattfindet. Du liegst acht Stunden im Bett, aber dein Körper war nicht schlafen. Er war im Koma. Erholt bist du nicht.

Die Spirale wird vollständig: Stress hält die Muskeln gespannt. Gespannte Muskeln erholen sich nicht im Schlaf. Schlechter Schlaf macht mehr Stress. Mehr Stress hält die Muskeln gespannt. Und morgens stehst du auf und denkst: Ich muss mich mehr bewegen. Dabei ist Bewegung nicht das Problem. Dein Nervensystem kommt nicht runter.

Der Cortisol-Teufelskreis
1
Stress
Arbeit, Sorgen, Reizüberflutung
Teufelskreis
2
Cortisol steigt
Körper im Alarmmodus
3
Muskeln angespannt
Dauerspannung in Rücken & Nacken
4
Schlechter Schlaf
Keine Erholung, Rücken regeneriert nicht
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Dein Rücken ist morgens am schlimmsten, obwohl du die ganze Nacht geschlafen hast? Das ist kein Rätsel. Dein Körper hat acht Stunden lang gekämpft statt zu reparieren.

Cortisol ist messbar. Muskelspannung ist messbar. Das ist Physiologie, die einfach niemand erklärt hat.

Wie Cortisol-Reduktion konkret funktioniert und warum „einfach weniger stressen“ keine Antwort ist: Psychosomatische Rückenschmerzen: Wie Stress deinen Rücken zerstört und was wirklich hilft →

Eine Lieferkette, fünf Störungen

Fünf Ursachen. Darm, Hormone, Hüftbeuger, Ernährung, Stress. Klingt nach fünf verschiedenen Baustellen. Ist es aber nicht.

Es ist eine Lieferkette. Dein Darm entzündet sich, die Entzündung verschiebt deine Hormone, die Hormone halten deine Muskeln in Dauerspannung, dein Hüftbeuger verkrampft als Schutzreaktion, deine Ernährung nährt das Entzündungsfeuer, dein Stress lässt den Körper nie zur Ruhe kommen. Eins bedingt das andere. Fünf Probleme, eine Kette.

Die Lieferkette deines Rückens
Dein Rücken ist das letzte Glied. Die Ursache liegt davor.

Ich hatte mal ein Aha-Erlebnis, als ich über die Automobilindustrie gelesen habe. Da gab es ein Werk, das nicht produzieren konnte, obwohl die Maschinen liefen. Das Problem saß drei Werke weiter: ein Zulieferer hatte eine Störung. Kein Problem des Werks. Ein Lieferkettenproblem.

Und in dem Moment habe ich gedacht: das ist doch bei uns genau das Gleiche. Dein Rücken ist das Werk das nicht läuft. Aber die Störung sitzt woanders in der Kette. Wer immer nur den Rücken behandelt, repariert die Maschine die gar nicht kaputt ist.

Wenn dich das beschäftigt: genau dafür bin ich da. Ich schaue mir nicht nur deinen Rücken an, sondern die ganze Lieferkette: Darm, Hormone, Muskulatur, Ernährung, Stress. Nicht weil ich glaube, dass du alles hast, sondern weil ich wissen will, wo bei dir die Störung sitzt.

Die Patientin von letzter Woche? Dritter Orthopäde, MRT ohne Befund, zehn Sekunden morgens bis sie steht. Sie hat einen Termin bei mir gemacht. Nicht weil ich ihr den Rücken repariere. Sondern weil jetzt jemand die richtigen Fragen stellt.


Dein Rücken ist nicht das Problem. Lass uns herausfinden, was es ist.

Ich schaue mir die ganze Lieferkette an: Darm, Hormone, Muskulatur, Ernährung, Stress. Im Erstgespräch gehen wir gemeinsam durch, wo bei dir die Störung sitzt. Ich sage ehrlich, ob und wie ich helfen kann.

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Häufig gestellte Fragen

Hat man bei Darmproblemen Rückenschmerzen?

Ja, das kann zusammenhängen. Über die sogenannte Gut-Disc-Achse beeinflusst der Darm die Bandscheibe: durch Entzündung, gestörte Nährstoffaufnahme und mechanischen Druck. Besonders wenn Darmbeschwerden und Rückenschmerzen gleichzeitig auftreten, lohnt sich ein genauerer Blick auf diesen Zusammenhang.

Welches Hormon fehlt bei Rückenschmerzen?

Keine eindeutige Antwort, es können mehrere sein. Östrogendefizit kann die Muskelreparatur beeinträchtigen. Cortisol-Dysregulation kann Muskeln dauerhaft verkrampft halten. Und eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Regenerationsgeschwindigkeit bremsen. Eine vollständige Diagnostik hilft, das vollständige Bild zu sehen.

Was sollte man bei Rückenschmerzen nicht essen?

Omega-6-lastige Kost kann das entzündliche Grundrauschen im Körper erhöhen: Sonnenblumenöl, Distelöl, stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker. Das kann die Regeneration der Bandscheiben beeinträchtigen. Der erste Schritt ist zu wissen, wie das eigene Fettsäureprofil aussieht.

Wie äußern sich psychische Rückenschmerzen?

Cortisol-induzierte Muskelspannung zeigt sich so: morgens verspannt aufwachen, Schmerzen die sich tagsüber oft bessern, Verschlechterung in Stressperioden. Keine Einbildung, sondern messbare Physiologie. Das Cortisol-Tagesprofil lässt sich labordiagnostisch erfassen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen?

Die Schulmedizin nennt: Bandscheiben, Muskeln, Haltung. Das funktionelle Bild ergänzt: Darm-Entzündung, Hormondysbalancen, Hüftbeuger-Spannung, entzündungsfördernde Ernährung und chronischer Stress. Rückenschmerzen sind selten ein reines Rücken-Problem.

Christopher bellafiore

Christopher Bellafiore

Heilpraktiker | Chiropraktiker | Osteopath

16 Jahre Praxiserfahrung, über 6.500 Patienten. Spezialist für die Zusammenhänge zwischen Darm, Hormonen, Muskulatur und Schmerz. Wenn dein Rücken behandelt wurde und der Schmerz immer wiederkommt, schaue ich mir die Lieferkette an, nicht nur den Rücken. Ersttermin vereinbaren →

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Therapeuten Ihres Vertrauens.

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