Auf einen Blick
Die Liste der Kollegen, die ich bedenkenlos empfehlen würde, ist kurz. Nicht weil alle anderen schlecht sind — sondern weil „Heilpraktiker“ ein Berufsfeld ist, in dem die Qualitätsunterschiede absurd groß sind. Von funktioneller Medizin bis Pendel-Ferndiagnose ist alles dabei, und alle drucken dasselbe auf ihre Visitenkarte. Hier sage ich dir ehrlich, worauf ICH achten würde, was mich an meiner Branche nervt — und wie ich selbst arbeite.
Pass mal auf. Ich bekomme diese Frage mindestens dreimal pro Woche.
Per Mail, nach der Behandlung, beim Abschied an der Tür: „Kannst du jemanden empfehlen? Mein Bruder hat… Meine Kollegin sucht… Mein Mann braucht…“
Und jedes Mal das gleiche Dilemma.
Denn ich könnte jetzt sagen: Klar, ruf mal bei dem und dem an. Aber die Wahrheit ist — die Liste der Kollegen, die ich bedenkenlos empfehlen würde, ist kurz. Nicht weil alle anderen schlecht sind. Sondern weil „Heilpraktiker“ ein Berufsfeld ist, in dem die Qualitätsunterschiede absurd groß sind.
Also schreibe ich dir auf, was ich jedem sage, der mich fragt. Subjektiv, ehrlich, aus 16 Jahren Erfahrung. Keine neutrale Checkliste. Meine Meinung.
Was ich an meiner Branche nicht mag
Ich bin Heilpraktiker. Ich verdiene mein Geld damit. Und trotzdem sage ich dir: Manche Sachen in dieser Branche gehen mir gewaltig auf den Keks.
Die Produkt-Pusher. Du kommst rein mit Rückenschmerzen und gehst raus mit ’nem Rucksack voller Nahrungsergänzungsmittel. Monatliche Kosten: 200-400 Euro. Oft nicht mal schlecht – aber auch nicht das, wofür du eigentlich da warst. Manche Praxen verdienen mehr mit dem Regal als mit der Behandlung. Das ist kein Gesundheitswesen, das ist ein Laden.
Die Darmsanierungs-Falle. „Alles beginnt im Darm.“ Ja, manches mag so aussehen. Aber dein Körper ist eine Lieferkette – und in Wirklichkeit beginnen die meisten Probleme, die im Darm sichtbar werden, weiter oben: im Magen. Nur sagt das keiner. Entweder, weil man es nicht weiß und wirklich glaubt, es sei der Darm. Oder weil man dann keine Darmsanierung verkaufen könnte. Ständig. Immer wieder. Weiß nicht, was schlimmer ist. Das ist wie wenn der Automechaniker bei jedem Problem erstmal den Ölwechsel macht – nicht weil es nötig ist, sondern weil er den Ölwechsel im Angebot hat.
Die Selbstheilungskräfte-Mystiker. „Dein Körper heilt sich selbst, du musst nur die Blockaden lösen.“ Klingt toll. Ist auch nicht komplett falsch. Aber wenn dein Ferritin bei 12 liegt und dein Vitamin D im Keller ist, dann heilt sich da gar nichts von alleine. Dann brauchst du Diagnostik, keine Esoterik.
Die Dauerpatienten-Sammler. Alle vier Wochen, seit Monaten. Ohne klaren Plan, ohne messbaren Fortschritt, ohne Exit-Strategie. Immer das gleiche Programm, immer die gleiche Rechnung. Mein Ansatz ist ein anderer: Das Ziel ist, dass du mich so schnell wie möglich nicht mehr brauchst.
Worauf ich persönlich achten würde
Ich sage nicht: „Ein guter Heilpraktiker hat X, Y, Z.“ Ich sage dir, worauf ICH achten würde. Weil das ehrlicher ist.
Ich würde fragen, ob er eine klare Diagnose-Strategie hat. Nicht raten, sondern messen. Ein Heilpraktiker, der dich behandelt, ohne vorher Laborwerte gesehen zu haben, ist wie ein Mechaniker, der den Motor repariert, ohne unter die Haube zu gucken. Kann funktionieren. Ist aber Lotterie.
Ich würde darauf achten, ob er dir sagt, was er NICHT kann. Klingt paradox. Aber ein Therapeut, der ehrlich sagt „Das ist nicht mein Gebiet, geh damit zum Orthopäden“ – der hat mehr Rückgrat als einer, der alles annimmt und nichts richtig macht.
Ich würde mich fragen, ob er mir erklärt, WARUM. Nicht was er macht. Warum er es macht. Die Frage ist nicht: Was ist kaputt? Die Frage ist: WARUM ist es kaputt? Wenn du nach dem Erstgespräch nicht verstehst, warum du dich so fühlst – dann hat er seinen Job nicht gemacht.
Ich würde misstrauisch werden, wenn er sofort einen Behandlungsplan für 20 Sitzungen aufstellt. Ohne dich je untersucht zu haben. Ohne deine Werte zu kennen. Ohne zu wissen, ob du überhaupt in seine Kompetenz fällst. Mancher Heilpraktiker plant die Behandlung, bevor er die Ursache kennt. Das ist wie ein Arzt, der ein Rezept schreibt, bevor du ihm sagst, was dir fehlt.
Und ich würde auf mein Bauchgefühl hören. Fühlst du dich ernst genommen? Hört er zu? Oder rattert er sein Programm ab? Das klingt banal. Ist aber der beste Filter.
Wie ich selbst arbeite
Ich könnte jetzt so tun, als würde ich dir objektiv helfen. Tu ich nicht. Das hier ist mein Blog, und ich arbeite anders als die meisten – das ist kein Geheimnis.
Supply Chain Medicine. Amerikanische Osteopathie war mein Ausgangspunkt – evidenzbasiert, orientiert an aktueller Anatomie und Physiologie, nicht an 170 Jahre alten Prinzipien. Keine Cranio-Sakral-Therapie, kein Esoterik-Beiwerk. Aber ich bin weitergegangen: Dein Körper ist eine Lieferkette. Wenn irgendwo in dieser Kette etwas fehlt oder stockt, zeigt sich das woanders als Symptom. Dazu Ackermann-Chiropraktik – die ich bei vielen Blockaden schneller und präziser finde als klassische Techniken. Und funktionelle Medizin für alles, was unter der Haube passiert: Stoffwechsel, Hormone, Mikronährstoffe.
Messen, nicht raten. Großes Blutbild, Mikronährstoffe, Schilddrüse – nicht nur den Standardwert TSH, sondern die freien Schilddrüsenhormone (fT3, fT4) und Antikörper – also die Werte, die zeigen, ob deine Schilddrüse WIRKLICH arbeitet. Ferritin, Vitamin D, B12, Magnesium, Zink. Das klingt nach viel. Ist es auch. Aber ich will wissen, was bei dir los ist. Nicht was wahrscheinlich los sein könnte.
Kombination statt Schublade. Rückenschmerzen? Vielleicht ist es der Rücken. Vielleicht ist es der Darm. Vielleicht ist es dein Ferritin. Vielleicht ist es alles zusammen. Die meisten Therapeuten denken in einer Schublade. Ich denke in Lieferketten – wo kommt das Problem her, was braucht dein Körper, und warum bekommt er es nicht?
Klartext. Ich sage dir, was ich denke. Wenn ich nicht weiterkomme, sage ich dir das. Wenn du zum Orthopäden musst, sage ich dir das. Wenn du zu wenig trinkst, sage ich dir das auch. Punkt.
Standard-Praxis vs. Mein Ansatz
Warum ich anders arbeite als die meisten Kollegen
Standard-Praxis
Mein Ansatz
Ob das zu dir passt
Ich bin nicht für jeden der Richtige.
Du bist bei mir richtig, wenn:
- Du schon eine Therapeuten-Odyssee hinter dir hast und niemand findet, was los ist
- Deine Blutwerte „normal“ sind, aber du dich trotzdem beschissen fühlst
- Du jemanden willst, der die Zusammenhänge erkennt – nicht nur den Rücken, nicht nur den Darm, nicht nur die Psyche
- Du bereit bist, auch selbst was zu ändern (Ernährung, Bewegung, Supplementierung)
- Du Klartext verträgst
Du bist bei mir NICHT richtig, wenn:
- Du eine einmalige Massage suchst
- Du erwartest, dass eine Sitzung alles löst
- Du nicht bereit bist, an dir zu arbeiten
- Du Hokuspokus willst – Kristalle, Pendel, Energiearbeit. Ich nicht.
- Du einen Therapeuten suchst, der nur nickt und „mhm“ sagt
Ich bin gut, aber kein Zauberer. Die meisten meiner Patienten berichten von Verbesserungen. Manche brauchen länger. Und bei manchen muss ich ehrlich sagen: Da bin ich nicht der Richtige. Und dann sage ich das auch.
Das sind die Facts. Was du damit machst?
Your choice.
Du willst wissen, was bei dir los ist?
Meld dich in meiner Praxis in Würzburg. Messen. Verstehen. Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Woran erkenne ich einen seriösen Heilpraktiker?
An der Diagnostik. Wer dich behandelt ohne zu wissen, was dir fehlt, ist ein Risiko. Frag nach seinem diagnostischen Ansatz. Wenn die Antwort „Ich spüre das“ ist – renn. Ein seriöser Heilpraktiker hat eine fundierte Ausbildung über die HP-Prüfung hinaus, diagnostiziert systematisch und kennt seine Grenzen.
Zahlt die Krankenkasse für Heilpraktiker?
Gesetzliche Kassen: In der Regel nein. Private: Meistens ja, zumindest teilweise. Viele Zusatzversicherungen decken Heilpraktiker-Behandlungen ab. Prüfe deinen Vertrag oder frag bei deiner Versicherung nach, bevor du startest.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Das kommt drauf an. Auf dein Problem, auf deine Vorgeschichte, auf deinen Körper. Manche Patienten brauchen 3 Sitzungen, manche 10. Ich gebe dir nach dem Ersttermin eine ehrliche Einschätzung. Einen 20er-Block verkaufe ich dir nicht im Voraus.
Was ist der Unterschied zwischen Heilpraktiker und Arzt?
Ärzte dürfen verschreibungspflichtige Medikamente geben und operieren. Heilpraktiker nicht. Dafür nehme ich mir mehr Zeit, schaue breiter, und habe andere diagnostische und therapeutische Werkzeuge. Es ist kein Entweder-oder. Oft ergänzt sich beides.
Kann ein Heilpraktiker eine Diagnose stellen?
Heilpraktiker dürfen Befunde erheben und Arbeitshypothesen aufstellen. Was sie nicht dürfen: geschützte ärztliche Diagnosen stellen oder bestimmte Krankheiten behandeln. In der Praxis: Ich kann dir sagen, was ich finde und was ich vermute – aber für eine formale Diagnose brauchst du einen Arzt.


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